Fasanen-Auge

Nahaufnahme von Fasanenaugenblüten (Adonis vernalis) im Frühling (Hainburg, Österreich)

Das Fasanenauge ist eine kräftige Heilpflanze, die ähnlich wie der Fingerhut wirkt und daher auch giftig ist, wenn auch weniger giftig als der Fingerhut. In der normalen Hausapotheke hat das Fasanenauge daher keinen Platz, sondern gehört in die Hand eines Spezialisten.

Im Gegensatz zum Fingerhut reichern sich die Digitalis-Glykoside des Fasanenauges nicht im Körper an und sind daher besser geeignet, über einen längeren Zeitraum eingenommen zu werden. Das Hauptanwendungsgebiet des Fasanenauges ist das Herz und seine verschiedenen Schwächen.

Beschreibung der Anlage

Die mehrjährige Pflanze hat einen fingerdicken Wurzelstock mit vielen Sekundärwurzeln. Aus dem Wurzelstock sprießen im Frühjahr 15 bis 30 cm hohe Stängel. Die Blätter sind gefiedert. Die einzelnen Blattabschnitte sind schmal linealisch, fast wie weiche Nadeln.

Zwischen März und Mai blüht der Adonis in einem leuchtenden Gelb. Die Blüten werden bis zu sieben Zentimeter groß. Sie haben viele Blütenblätter. Es ist der richtige Zeitpunkt, sie zu sammeln. Die Verwandtschaft zu Hahnenfuß und Sumpfdotterblume ist deutlich zu erkennen. Die Blüten des Fasanenauges sind jedoch viel größer und prächtiger. Gewöhnlich wachsen mehrere Blüten an einer Pflanze.

Merkmale

Wissenschaftlicher Name
Adonis vernalis.

Pflanzenfamilie
Ranunculaceae.

Andere Namen
Frühlingsfasanauge, gelbes Fasanenauge und falsche Nieswurz.

Verwendete Pflanzenteile
Stängel & Blatt.

Interaktionen
Verstärkt die Wirkung anderer Medikamente, z.B. Abführmittel, Natrium-Ausscheidungsmedikamente.

Toxizität
Achtung! Giftig! Nur in gebrauchsfertigen Zubereitungen verwenden, homöopathisch oder äußerlich.

Nebenwirkungen
Appetitlosigkeit, Brustvergrößerung bei Männern (Gynäkomastie), Depression, Durchfall, Erbrechen, Halluzinationen, Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen, Psychosen, Pulsbeschleunigung (Tachykardie), Sehstörungen, Steifheit (Stupor), Verwirrung

Kontraindikationen
Nicht für schwangere Frauen, stillende Mütter, Kinder, bei Kaliummangel - Menschen, die empfindlich auf Digitalis-Glykoside reagieren.

Inhaltsstoffe
Flavonoide; verschiedene Digitalis-Glykoside: Adonidosid, Adonivernosid, Cymarin, Adonitoxin, Adonin, Cholin, Harz.

Medizinische Eigenschaften

Hauptverwendung: Herz.

Heilende Wirkungen

        • Beruhigend
        • Diuretikum,
        • Venenverstärkung

Anwendungsbereiche

        • Asthma
        • Asthma bronchiale
        • Epilepsie
        • Fieber
        • Herzinsuffizienz
        • Begrenzte Herzleistung
        • Tachykardie
        • Herzrhythmusstörungen
        • Herzinsuffizienz
        • Husten
        • Hypotonie
        • Schilddrüsenüberfunktion
        • Durchblutungsstörungen
        • Leichte Klappeninsuffizienz
        • Menstruationskrämpfe
        • Nervöses Herzleiden
        • Nervosität
        • Niedriger Blutdruck
        • Ödem
        • Probleme mit der Prostata
        • Rheuma
        • Rheumatische Herzprobleme
        • Venöse Insuffizienz
        • Dropsy

Formen der Vorbereitung

Da das Auge des Fasans giftig ist, sollten Sie nicht mit ihm scherzen oder mit ihm experimentieren. Die Wirkung ist wegen der langsamen Absorption schwer abzuschätzen. Das Verhältnis von Adonitoxin und Cymarin ist starken Schwankungen unterworfen und die Wirkung kann je nach Pflanze unterschiedlich sein.

Fertige Vorbereitungen

Der sicherste Weg ist die Verwendung von gebrauchsfertigen Präparaten, z.B. aus der Apotheke, denn in solchen gebrauchsfertigen Präparaten ist die Wirkstoffmenge immer einheitlich, so dass eine sichere Dosierung möglich ist. Auch bei der Verwendung von gebrauchsfertigen Präparaten darf Fasanenauge nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt verwendet werden. Fertigpräparate werden in der Regel aus dem Pulver der oberirdischen Teile des Adonisblümchens hergestellt. Häufig enthalten diese Präparate auch Maiglöckchen, Seezwiebeln und Oleander, es handelt sich also um Mischpräparate.

Tinktur

Im Allgemeinen ist eine Tinktur wirksamer als ein Tee, da die Glykoside teilweise nicht wasserlöslich sind. Ein großer Teil der Wirkstoffe wird jedoch bereits im Magen zerstört, da die Glykoside empfindlich auf Magensäure reagieren.

Es ist nicht empfehlenswert, selbst Tinkturen für das Fasanenauge herzustellen. Dies liegt zum einen an der Seltenheit des Fasanenauges und zum anderen an seiner Toxizität, die das Fasanenauge in seinen eigenen Tinkturen unberechenbar macht. Medizinisch verschriebene Tinkturen des Fasanenauges sollten nur nach Anweisung des Arztes verwendet werden.

Gemischte Tees

In der Volksmedizin wurde das Fasanenauge traditionell in gemischten Tees zur Behandlung von Herzbeschwerden, Menstruationsbeschwerden, Fieber und Ödemen, insbesondere bei geschwollenen Füßen, verwendet. Der Vorteil der Verwendung als Zutat in gemischten Tees ist, dass die Pflanze nicht so leicht überdosiert werden kann.

Homöopathie

Als homöopathisches Mittel wird das Fasanenauge in niedrigen Potenzen gegen ähnliche Beschwerden wie in der Kräutermedizin eingesetzt. Darüber hinaus wird der homöopathische Adonis vernalis gegen Kreislaufschwäche bei Infektionskrankheiten und manchmal bei Prostatabeschwerden eingesetzt. Adonis vernalis in homöopathischer Zubereitung wird in der Regel 3 mal täglich mit 5 - 15 Tropfen eingenommen.

Achtung!
Wenn Sie Digitalisglykoside einnehmen, dürfen Sie nicht gleichzeitig Adonis vernalis-Präparate verwenden.

Eine Vergiftung mit dem Fasanenauge verursacht eine nervöse Unruhe. Sie kann auch Übelkeit und Erbrechen verursachen. Wenn der Verdacht auf eine Adonisvergiftung besteht, sollten Sie auf jeden Fall sofort einen Arzt aufsuchen.

Pflanzengeschichte & Legenden

Das Fasanenauge ist ursprünglich eine Pflanze der kontinentalen Steppen Eurasiens. So hat es seinen Ursprung in den westsibirischen Steppen. Nach den Eiszeiten wanderte das Fasanenauge stellenweise nach Westeuropa ein. Es konnte sich überall dort ansiedeln, wo es steppenartig trocken ist und wo die Wiesen durch Beweidung relativ kurz gehalten wurden. Daher ist die Verbreitung des Fasanenauges eng mit der Schafhaltung verbunden.

Da die Schafhaltung immer weniger geworden ist, wird auch das Fasanenauge immer seltener. An einigen Orten werden zusätzliche Schafe gehalten, um das Trockenrasen und damit unter anderem die Lebensbedingungen für das Fasanenauge zu erhalten.

Im 16. und 17. Jahrhundert wurde das Fasanenauge als Heilmittel gegen Herzinsuffizienz und Wassersucht eingesetzt. Etwas später, im 18. Jahrhundert, wurde das Fasanenauge zu einer modischen Heilpflanze. Große Mengen der Wurzel wurden in Thüringen ausgegraben und in ganz Europa verkauft. Infolgedessen wurde das Fasanenauge stark dezimiert und ist heute eine sehr seltene Pflanze.

Die Legende erzählt, dass der schöne Adonis von Aphrodite geliebt wurde. In Zypern wurde Adonis in einem Racheakt der Göttin Artemis von einem Eber getötet. Wo immer nun das Blut des schönen Adonis tropft, wächst ein Adonis vernalis. Dies ist jedoch die Sommerform des Adonis vernalis, denn diese Blume blüht rot.

Eine weitere Variante der Adonis-Legende stammt aus der römischen Mythologie. Hier ist es der eifersüchtige Mars, der den Eber schickt, um Adonis zu töten. Adonis hatte sich mit der Göttin Venus eingelassen. Venus und Aphrodite sind verschiedene Namen derselben Liebesgöttin.

Tipps zur Kultivierung

Das Fasanenauge gilt als schwierig zu kultivieren, aber es ist trotzdem einen Versuch wert. Für den Anbau des Fasanenauges braucht man einen kalkhaltigen Boden und einen sehr trockenen, sonnigen Standort. Da Schnecken das Fasanenauge gerne fressen, sollten vor der Anpflanzung Maßnahmen gegen Schnecken getroffen werden.

Das Auge des Fasans gedeiht an warmen, eher trockenen Orten auf kalkhaltigem Boden. Es ist eine typische Pflanze des trockenen Kontinentalklimas. Seine bevorzugten Lebensräume sind Steppenrasen und trockenes Grasland. Da diese Grasarten selten sind, ist auch das Fasanenauge in den meisten Gebieten sehr selten. Es ist daher kein Wunder, dass die Adonisrose streng geschützt ist.

Das Fasanenauge verlangsamt das Wachstum benachbarter Pflanzen, so dass es nicht für Gruppen mit verschiedenen Blumenarten geeignet ist. Wenn Sie das Fasanenauge säen wollen, ist es am besten, dies in einem kalten Frühbeet zu tun, sobald die Samen im Sommer reif sind. Die Samen benötigen in der Regel eine lange Zeit, um zu keimen. Sobald die Pflanzen gekeimt sind und das erste Jahr überlebt haben, können Sie sie an ihren Platz im trockenen Beet pflanzen. Es ist einfacher, wenn Sie die fertigen Pflanzen kaufen können. Sie können sie dann direkt in das Beet pflanzen.

Tipps zur Ernte

Da das Auge des Fasans streng geschützt ist, darf es nicht in der Natur gesammelt werden. Auch bei Pflanzen im eigenen Garten sollte man sehr vorsichtig mit der Ernte umgehen.

Da die Wirkstoffe des Fasanenauges je nach Standort und Klima stark variieren, ist eine Unter- oder Überdosierung bei selbst gesammelten Pflanzen sehr leicht möglich. Auch hier ist der beste Weg, die schöne Wirkung dieser sonnengelben Blüten zu genießen, die Präparate aus Fasanenauge in einer Apotheke zu kaufen.

 

Adonis_vernalis (Wikipedia)

Adonis vernalis
Adonis vernalis gonsenheim.jpg
CITES Appendix II (CITES)
Scientific classification edit
Kingdom:Plantae
Clade:Tracheophytes
Clade:Angiosperms
Clade:Eudicots
Order:Ranunculales
Family:Ranunculaceae
Genus:Adonis
Species:
A. vernalis
Binomial name
Adonis vernalis

Adonis vernalis, known variously as pheasant's eye, spring pheasant's eye, yellow pheasant's eye and false hellebore, is a perennial flowering plant in the buttercup family Ranunculaceae. It is found in dry meadows and steppes in Eurasia. More specifically, this plant grows in a wide range of locations which include open forests, forest clearings, dry meadows, mesic steppe, and mostly calcareous soil. Isolated populations are found from Spain in the west across Central Europe with fine examples in Valais, Switzerland, and southern Europe, reaching southern Sweden in the north and Abruzzo in the south, with its main area of distribution being the Pannonian Basin and the West Siberian Plain. In contrast to most other European Adonis species, the flowers appear in springtime, and are up to 80 mm in diameter, with up to 20 bright yellow petals. Not only do the flowers being to grow, but so do the plants aerial organs, from around April to May.

The plant is poisonous, containing cardiostimulant compounds, such as adonidin and aconitic acid. In addition, it is often used as an ornamental plant. Infusions of the plant are used in the medicine Bekhterev's mixture.

While the information of therapeutic usages of Adonis vernalis is low, there has been evidence that Adonis vernalis does have potential therapeutic uses, but research is needed to quantify its therapeutic properties.

(Green false hellebore, sometimes also called simply "false hellebore," is Veratrum viride, a member of the lily family.)

Diagram of Adonis vernalis
« Zurück zum Glossar-Index